Dienstag, 24. Juni 2008

Rocky Mountains.


Nachdem Silvia schon arbeitsmaessig nach Boulder in Colorado fliegen musste, bin ich dann gleich mal am Donnerstag hinterhergeduest, um dieses sagenumwogene Staedtchen mit eigenen Auge zu sehen. Und ich muss sagen, "Ja, es hat sich gelohnt!".
Boulder liegt ungefaehr eine Autostunde von Denver entfernt am Rande der Rocky Mountains. Und im Gegensatzt zu vielen anderen amerikanischen Staedten haben die Verantwortlichen dafuer gesorgt, dass ihre Stadt eine klassiche Stadt bleibt. So haben sie zum Beispiel durch gezielte Landkaeufe dafuer gesorgt, dass Boulder nicht zu sehr in die Breite geht und Denver schoen auf Abstand gehalten wird. Auch gibt es dort eine richtige Fussgaengerzone mit kleinen Geschaeften und Einfamilienhaeuser nahe des Zentrums. Sogar die Mall gegenueber von unserem Motel (Golden Buff mit B!) sieht nicht aus wie eine Mall und erinnert auch eher an eine Fussgaengerzone. Und die 320 Sonnentage im Jahr tragen auch erheblich zur Attraktivitaet bei.
Das Coolste ueberhaupt sind aber die Berge. Wir sind am Freitag morgen mit unserem SUV (Avis hatte nicht anderes) in den National Park geduest, haben $20 Dollar abgedrueckt und sind dann mit dem Shuttle-Bus vom Parkplatz aus zum See mit dem verheissungsvollen Namen "Bierstadt" (deutsche Schreibweise!) gefahren. Von dort aus ging es dann immer rauf, so dass wir bei waermsten Sommerwetter mitten im Schnee standen. Wir waren schliesslich auch auf ueber 3000m und entsprechen groggy, denn die Luft war schon recht duenn. Auf ueber 3700m haben wir es dann mit unserem Auto auf der einzigen Strasse durch den Park gebracht. Dabei haben wir auch die ganzen Viecher gesehen, was echt schoen war. Wie man sehen kann, haben sich die Elche und ihre Verwandten auch ihre Wuerde bewahrt, ganz im Gegensatz zu den Eichhoernchen, die sich trotz aller Verbote an den Rastplaetzen hemmungslos mit Snickers und Cola haben vollstopfen lassen. Unmoeglich!
Am Samstag waren wir dann nochmal in einem abgelegeneren Gebiet unterwegs, wobei einer der Ranger (80jaehriger Rentner in kurzen Hosen) mich fast mit seiner Bemerkung ("Passt mal einwenig auf die Baerenfamilie auf, die hier gerade rumstreunert.") zum Umkehren gebracht hat. Aber da Baeren eigentlich auch Schisser sind, haetten sie wahrscheinlich auch eher Silvia gefressen. Mit dieser beruhigenden Ueberlegung konnte ich dann meinen Weg weiter fortsetzen.
Als letztes bleibt noch zu berichten, dass wir am Sonntag vor dem Abflug noch bei Silvias Chefin zum gemuetlichen Grillen im Garten eingeladen waren. Und das war auch gut.

Samstag, 14. Juni 2008

Niagara falls.


Lange konnten wir das einzigartige Naturschauspiel ganz in unserer Nachbarschaft, es sind nicht mal 175 Meilen, nicht laenger ignorieren und so haben wir uns am letzten Wochenende zusammen mit Enno auf den Weg gemacht. Enno war am Freitag abend zu uns ins beschauliche Ithaca gekommen, so dass wir am Samstag morgen in aller Herrgottsfruehe los rollen konnten. Es war sogar moeglich, die 20 Meter von der Haustuer zum Wagen zu ueberwinden, ohne die Klamtotten voellig durch zu schwitzen. Es war allerdings auch sieben Uhr morgens und hier ist nun wirklich nicht der Ort, um ueber die schreckliche Hitze, die uns hier heimsucht, zu klagen.
Allen Ratschlaegen von kanadischen Kollegen, Reisefuehrern und Schon-da-Gewesenden folgend, sind wir dann auch durch Buffalo durch geduest und haben auf die kanadische Seite ruebergemacht. Da strahlten uns dann gleich die Verkehrsschilder mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen in kmh entgegen, die wir geflissentlich ignorierten.
Auf dem riesigen Parkplatz begann dann auch gleich unser komplettes Tagestouristenprogramm. Schnell den Tagespass (mit Brustbeutel!) am Parkplatzhaeuschen gekauft, dann in den People-Mover (so nennen die dn Bus) gesprungen und einen super Tag verlebt.
Man kann nicht gerade behaupten, dass einen ein urspruengliches Naturereignis erwartet (mit den Kasinos und grossen Hotels an der Hauptstrasse, die an den Faellen vorbei fuehrt), aber obwohl es ein Massentourismusziel ist, ist es trotzdem recht charmant; wenn man sich drauf einlaesst. Und das haben wir! Bewaffnet mit mehreren Kamaras und unseren Brutbeuteln haben wir jede Station, deren Eintritt uns durch den Tagespass (mit Brustbeutel!) gestattet war, mitgenommen. Also erstmal die Faelle von der Seite angeschaut, dann das kleine Boot bestiegen, das todesmutig in die Faelle faehrt, die Stromschellen angeschaut, das Schmetterlingsmuseum besichtigt und schliesslich einen langen Tunnel durchschritten, der uns hinter die Faelle fuehrte. Und da man immer, wenn man ans Wasser runter wollte, den Fahrstuhl benutzen musste, war Silvas Adrenalinspiegel jenseits aller Grenzwerte. Das aenderte sich erst, als wir typisch amerikanisch ein abschliessendes Picknick auf einer Gruenflaeche am Parkplatz machten. Wer das schon etwas seltsam findet, dem sei gesagt, dass Enno am liebsten gleich neben dem Auto sitzen geblieben waere. Ja, Nordamerika praegt! Fast 175 Meilen spaeter waren wir dann wieder zu hause. Wie schon beschrieben, es war ein super Tagesausflug. Und die Kanadier? Die sind echt nett!
Die komplimentaere Tagesbeschreibung gibt es uebrigens hier.