Mittwoch, 5. März 2008

Cultural life.(2)

Ithacas Kinos lassen sich in zwei Kategorien einteilen; entweder zeigen sie Army-Werbung oder nicht. Zur ersten Kategorie gehoert das Regal-Kino, welches in der Pyramid-Mall untergebracht und sicherlich in identischer Bauweise in tausend aehnlichen Malls zu finden ist. Wie es sich als gutes Multiplexkino gehoert, werden dort bevorzugt Teenie-Komoedien und Actionfilme gezeigt.
Da der neueste Rambo gerade abgesetzt wurde, haben wir stattdessen Vantage Point gesehen. Von der Idee und bezueglich der Action sicherlich nicht schlecht, aber dennoch recht klischeehaft und unausgegoren. Man hat nicht das Gefuehl, dass man das Eintrittsgeld nur verschwendet hat, aber lange bleibt der Film einem auch nicht in Erinnerung. Allerdings war es ganz witzig anzusehen, wie gerade die juengeren Zuschauer bei den pathetischen Schlussszenen (Mister President und der Leibwaechter liegen sich in den Armen) durch lautes Johlen und Buhen jedliches patriotisches Geruehrtsein im Kern erstinkten. Auch fiel auf, dass in diesem ausgewiesenen Actionfilm fiel mehr aeltere Leute waren als man es aus Deutschland kennt.
Den zweiten Regalfilm habe ich dann ganz alleine geschaut. No country for old men ist ein Flm, den man unbedingt gesehen haben muss. Zwar verschlaegt es einem ob der Brutalitaet manchmal den Atem, aber die Story, die Schauspieler und vorallem die Bilder sind einfach hervorragend. Allerdings sollte das Kino nicht so aussehen wie hier,

denn sonst hat man die ganze Zeit Angst, dass gleich ein Verrueckter mit einem Kopf-oder-Zahl spielen will oder gleich in Schaedel schiesst.
Im Programmkino in der Stadt haben wir noch Juno, There Will Be Blood und schliesslich Persepolis gesehen. Ersterer ist eine netter Teenie-Film, perfekt fuer regnerische Sonntagsnachmittage. Der zweite Film faengt einen mit seinen charismatischen Schauspielern und unglaublichen Bildern so ein, dass die 150 Minuten im Flug vergehen. Persepolis von Marjane Satrapi ist ganz wunderbarer Film ueber die Verwuerfnisse und Schwierigkeiten im oeffentlichen und privaten Leben derer, die sich Freiheit anders vorstellen als das Regime. Es gibt wenige Comicfilme, die die Moeglichkeiten dieses Genre so hervorragend einsetzen. Diesen Film sollte man sich auf jeden Fall ansehen.

PS: Vorsicht! Bei There Will Be Blood gibt es eine Doppelrolle, was ich aber nicht bemerkt habe. Hohn und Spott waren mir gewiss.

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