Nun ist der Wahlkampf auf der Endspurt und wir halten die Spannung kaum noch aus! Mit allen Mitteln werden die letzten Unentschlossenen umworben, damit in wenigen Tagen auch nichts schief geht. In der letzten Zeit wurden ja immer mal wieder diskutiert, dass Obama bei weissen Arbeitern und bei aeltern, juedischen Amerikanern nicht so gut ankommt. Wie versucht wird, dieses zu aendern zeigen zwei Internetsots, die in ihrer Machart unterschiedlicher nicht sein koennen, aber trotzdem beide die gleiche Botschaft haben: Waehlt Obama!.
Das erste Video zeigt Richard Trumka auf einem Kongress der Stahlarbeitergewerkschaft, deren Generalsekretär er ist. Wenn man nach dem Aussehen geht, so ähnelt er dem guten Peppone doch sehr. Er hält hier eine sehr engagierte Rede, in der er deutlich macht, dass es tausend gute Gruende gibt, nur Obama zu waehlen, und nur einen schlechten, es nicht zu tun. Naemlich weill er nicht weiis ist. Aber seht selbst! Der Typ ist einfach super!
Das zweite Video zeigt Sarah Silverman. Sie ist hier ein rechte bekannte Komikerin, die sich durch recht derbe Spaesse ueber alle moeglichen Leute auszeichnet. Dieser Masche bleibt sie auch hier treu! Die Grundaussage ist: Wenn die ganzen alten Leutchen, die nun nach Florida gezofgen sind, nicht Obama waehlen, dann sehen sie halt ihre Enkelkinder nicht so schnell wieder! Man kann sich vorstellen, dass dieses wohl funktioniert. Im Fernsehen wurde auf jeden Fall viel darueber berichtet. Viele sind durch die Hetzkampagnen der Republikaner so beeinflusst, dass die wirklich glauben, dass Obama ein Moslem, Terrorist, Kommunist, Kinderschaender, Araber (wirklich schlimm!) oder sonst was ist. Da hilft dann nur noch die persoenliche und interfamiliaere Aufklaerung!
Hoffen wir, dass es hilft!
Dienstag, 14. Oktober 2008
Sonntag, 12. Oktober 2008
Go Suffer Jets!

Endlich hatten wir die Gelegenheit, Ithacas neuste Attraktion kennenzulernen. Ithaca verfuegt naemlich seit letztem Jahr ueber ein Roller-Derby-Team! Von unseren Freunden hier habe ich mir dann erklaeren lassen, dass bei dieser Sportart zwei Frauenteams auf Rollschuhen gegeneinander antreten. Es gilt, die eigene "Jammerin" an den Laeuferinnen des anderen Teams vorbeizulotsen. Dieses versucht allerdings mit allen Mitteln, das zu verhindern.
Die ganze Sache ist in den dreissiger Jahren waehrend der grossen Depression entstanden, als Leute fuer Kohle alles machten. (Mal sehen, was jetzt so alles erfunden wird ;)) Waehrend es damals etwas Verruchtes ("Frauen in kurzen Roecken, die einander schubsen") war, gilt es heute im Fernsehen als mega trashig ("Frauen in kurzen Roecken, die einander schubsen"). Mit diesem Image spielen die Teams, die hier im Nordosten in einer Liga organisiert sind. Unser Team heisst Sufferjets, wobei der Name an den der Fraurechtsorganisation Suffragettes angelehnt ist. Das ganze Spektakel fand in der Eishalle statt, in der sich ziemlich viele Leute allen Alters eingefanden. Nach den beiden Nationalhymnen (die Hymne von Canada wird in Eishockey-Stadien mitgesungen) ging es dann gleich gut zur Sache. Der Moderator wurde dabei vom captain unterstuetzt, die sich leider beim letzten Spiel das Bein gebrochen hat.
Aber seht selbst:
Das beste an der ganzen Sache war, dass es nichts mit Cornell zu tun hat. Es sind einfach ein paar Leute, die Lust haben was Witziges zu machen. Und das ist mal gut so!
Wir hatten auf jeden Fall einen witzigen Nachmittag und ueberlegen, wie man am besten eine Ultravereinigung organisiert.
Ach ja, das richtige Essen gab es natuerlich auch!
PS: Wer immer noch denkt, dass Rollerderby das Gleiche wie Frauenschlammcatchen ist, dem (oder der) sei gesagt, dass bei letzterem keine Rollschuhe erlaubt sind.
Visitors.(6)
Kaum lag die Doppelluftmatratze nach Anna-Gesas Besuch zusammengefaltet im Schrank, da wurde sie schon wieder fuer Gunnar und Gabi rausgeholt! Allerdings erst nachdem wir alle aus NYC zurueck waren. Dort haben wir uns naemlich getroffen und ein super Wochenende verbracht!
Von unserem Stuetzpunkt in Harlem aus haben wir ganze Stadt erlaufen, wobei Gabi und Gunnar uns beide ordentlich abgehaengt haben. Als Ausgleich bekamen wir dann auch dann das Doppelbett in unserem Loft-Apartment. Das Apartment war wohl urspruenglich als richtige Wohnung vorgesehen. Aus unbekannten Gruenden ist dann daraus ein Hostel geworden, welches nur zu empfehlen ist (alleine schon wegen der Aussicht!). Neben dem 'ueblichen' sightseeing haben wir auch noch einige unbekannte Dinge entdeckt, was bei der Groesse der Stadt nicht sonderlich ungewoehnlich ist. So haben wir zum Beispiel eine kleine Kneipe in der Naehe des Times Square aufgetan, die mit ihren Boxfotos und uraltem Inhaber richtig gemuetlich war. Richig lustig war es am Freitag abend in der Wall Street. Neben Demonstranten warteten auch Journalisten und Polizisten gespnnt auf den Ausgang zur Abstimmung ueber das Finanzrettungspaket. Silvia und Gabi waren dann auch noch beim Madonna-Konzert im Madison Square Garden.
Nicht minder aufregend ging es dann in Ithaca zu. Gunnar hatte zwar einige Dinge ja schon gesehen, aber Ithaca noch genug in der Rueckhand! Zweimal hatten wir alle die Gelegenheit, an uramerikanischen Veranstaltungen teilzunehmen. Waehrend allerdings ueber das eine Event ober berichtet wird, wird bezueglich des zweiten erst noch Stillschweigen gewahrt!
Nach sehr schoenen Tagen mussten wir sie dann aber schweren Herzens Richtung Kanada ziehen lassen. Wir hoffen aber, dass sie, ebenso wie Anna-Gesa, ordentlich Werbung fuer Ferien bei uns machen, und bald nochmal wiederkommen!
PS Nagetiere sind uns nur hier begegnet!
Visitors.(5)
Als erste aus der Familie hat es Anna-Gesa ueber den grossen Teich geschafft! Nach einigen Tagen bei Enno auf Long Island haben wir uns in Boston getroffen, wo Silvia und ich an der GAIN-Konferenz teilgenommen haben. Und da wir in einem schicken Hotel gleich eine ganze Suite bekamen, konnten wir ihr grosszuegigerweise das Sofa ueberlassen. Zusammen sind wir dann nach Ithaca gefahren, wo es zwar weniger aufregend aber nicht minder schoen war. Anna-Gesa ist sogleich ins Ithaca-Stadtleben eingetaucht, so dass sie nun hier besser Becheid weiss als wir. Die Wasserfaelle in nah und fern wurden auch zusammen in Augenschein genommen. Die ganze Ruhe und Entspannung hier hat dann auch fuer die noetigen Reserven gesorgt, die in der grossen Stadt auf einmal abgerufen wurden. Nach zweieinhalb sehr schoenen Wochen fuer uns alle hatte sie noch einige Tage in NYC, um das anzuschauen, was sie beim ersten Mal uebersehen hat. Als Unterkunft hatten wir ihr ein Hostel empfohlen, dass wir auch fuer uns eine Woche spaeter mit Gunnar und Gabi teilen wollten. Es war zwar bekannt, dass es dort recht einfach und beengt (Zimmer=Tuer+Bett)zugeht, aber von Nagetieren in der Matratze war auf der homepage keine Rede. Dank freundlicher Menschen gestaltete sich die deshalb noetige Ersatzunterkunftssuche recht einfach, so dass sie noch schoene Tage in Brooklyn hatte. Von dort aus ging es dann mit tausenden Fotos, zwei Extrataschen, fuenfzig neuen Kleidungsstuecken, keinen Nagetieren und hoffentlich gute Erinnerungen an eine gute Zeit zurueck nach Hamburg.
Wir hoffen, dass Anna-Gesas reichlich Werbung fuer Ferien in Ithaca & Co macht!
PS Nach den Ereignissen haben wir uns natuerlich auch eine neue Unterkunft gesucht. Wie erfolgreich wir waren, dass seht ihr in den spaeteren Eintraegen!
PPS Anna-Gesa hat sich auch als recht gute, weann auch ubekannte, Fotografin einwiesen.
Brot und Bier.
Nach einigen Monaten Amerika hatten wir ein ueberaus starkes Beduerfnis mal fuer einige Zeit wieder zu Hause zu sein. Nach einer laecherlich kurzen Anreise von 25 Stunden waren wir dann auch flugs in Ostfriesland und haben von dort einen Abstecher nach Hamburg gemacht. Bei Superwetter hatten wir dort tolle, aufregende Tage, von denen wir uns in Norden dann erholen konnten. Wir haben zwar leider nicht jeden und jede sehen und besuchen koennen, wie wir uns es vorgestellt hatten, aber dafuer ist ja Weihnachten auch noch Zeit.
Sorry.
We're deeply sorry, wie man hier so sagt. Wofuer? Na, fuer die fehlenden Blogeintraege der letzten Monate. Aber hier war echt ne Menge los, so dass diese Sache leider etwas zu (sehr) kurz gekommen ist. Aber gleich nach unserer Rueckkehr aus Deutschland waren wir viel unterwegs, hatten Besuch, mussten Berichte schreiben und staunten nicht schlecht ueber den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems. Da wir aber stets alles digial dokumentiert haben, werden Euch die folgenden Eintraege davon einige Bilder geben. Aber seht selbst!
Donnerstag, 25. September 2008
Progress - Fortschritt.
Wenn das eigene Konterfei als Graffiti an den Waenden erscheint, und man immer noch am Leben ist, dann hat man es sicher geschafft (in den Pop-Himmel, meine ich). Aber als reines Pop-Phaenomen kann man die Obama-Begeisterung und Unterstuetzng sicher nicht abtun. Denn eins ist er sicher nicht - ein Populist.
Obama als Heilsbringer zu sehen, der alle Probleme lösen kann, ist falsch und naiv. Aber die Tatsache, dass jemand mit seiner Biographie und seinem Programm (change- yes we can!) eine realistische Chance hat, der nächste Präsident zu werden, zeigt, wozu die USA im Stande sind. Und das diesmal im allerbesten Sinne.
Sonntag, 3. August 2008
Ying und Yang.(1)
Dies ist der Auftakt einer neuen Reihe, die Euch dieses Land der Vielfalt, der Gegensaetzte und der Autoaufkleber naeher bringen soll. Und weil es doch so schoen heisst "Ein Bild sagt noch mehr als tausend Johannes B. Kerners", Schluss mit den Buchstabenfolgen und her mit den Pixeln!


Nachtrag: Zur Ehrenrettung Ithacas muss man sagen, dass man die erste Aussage ueberall, die zweite aber fast nie vertreten sieht.
Nachtrag: Zur Ehrenrettung Ithacas muss man sagen, dass man die erste Aussage ueberall, die zweite aber fast nie vertreten sieht.
Visitors.(4)
Auch wenn Alexanders Besuch recht kurz war, konnten wir ihm in den eineinhalb Tagen doch (fast) alle Sehenswuerdigkeiten und Attraktionen Ithacas (College Town Bagel, Cornell, Wegman's, Wasserfall, Grillen am See, Mojitos in Felica's Atomic Lounge) zeigen, so dass sein Ziel "Will mal wissen, wie das Kaff denn so ist' sicher erfuellt wurde. Zusaetzlich konnten wir ihm aber auch noch den einen oder die andere Einwohner/in vorstellen, die nicht nur aufgrund ihres sympathischen Charakters sondern auch durch ihre Superkraefte (Adrienne: "Mit mir redet jeder!", Sebastian: "Ich trinke langsam aber lange.") in Erinnerung bleiben. Steve konnte tatsaechlich "fire flies" (also Gluehwuermchen, allerdings riesige) fangen, die dann eingehend bestaunt und wieder freigelassen wurden.
Wir haben uns auf jeden Fall sehr gefreut, dass Alex den Sprung nach Ithaca zwischen Konferenzen, Wandern in den Rockies und Brasilien gewagt hat, und haetten auch nichts gegen frueheren Besuch als im September naechsten Jahres einzuwenden.
Ich habe Feuer gemacht!
Sonntag, 27. Juli 2008
Grassroots rockt.
Nach langen Jahren war ich tatsaechlich mal wieder auf einem Festival. Seit 18 Jahren findet hier in Trumansburg das Grassrootsfestival statt, das wohl in dieser Form seines gleichen sucht. Hier kommen sie alle, die Familien, die Oekos, die Studenten, die Hippies, die Jungen und die Alten, die Weitgereisten und vorallem die ganz normalen Leute aus der Gegend, die sich freuen, dass mal was los ist. Drei Tage spielen ganz unterschiedliche Bands (Jazz und Country, Blues und Rock, Punk und Blasmusik, Funk und Folk) aus dem ganzen Land auf dem Gelaende einer Trabrennbahn, auf der auch mehrer Zeltdoerfer enstehen. Die Autos bleiben einige Meilen weit entfernt auf einem Feld, so dass nur die Shuttlebusse zum Gelaende fahren. In diesen Bussen knuepft man dann auch die ersten Kontakte. Der Typ neben mir z.B. arbeitete bei Cornell in der Kueche und kommt schon von Anfang an. Zuerst mit seiner Frau, nun mit seiner Ex-Frau, ihrem Ehemann und seiner Freundin plus einigen Kindern. Es hat zwar ne Weile gedauert, nun waeren sie alle eine "little happy family", meinte er. Ich war leider nicht mit meiner Frau da, die an dem Samstag leider erst aus Boulder zurueck kam, dafuer aber mit Adrienne und ihrem Freund Steve, Greg und Sebastian. Zuerst haben wir uns Blackfire angesehen, eine indianische Punk-Band, die ziemlich abrockte und immer wieder auf den Terrorismus zu sprechen kam, der ihren Leute seit fuenfhundert jahren zusetzt. Die Leute, die vor der Buehne Pogo tanzten, waren uebrigens zwischen 10 und 60. Danach ging es dann zu den Lee-Brothers, die im groessten Zelt die Masse mit super Funk zum Tanzen brachten. Da gab es fuer mich dann auch kein Halten mehr, wobei man noch bedenken muss, dass ich den ganzen Tag voellig nuechtern blieb, da ich ja abends noch zum Flughafen musste.
Also, wenn wir naechstes Jahr noch hier sind, dann campen wir auch auf dem Gelaende fuer die vollen drei Tage!
Donnerstag, 17. Juli 2008
Neighbourhood.
Gerade wenn man denkt, nun wird es sicher langweilig, denn: Buch ausgelesen, Silvia in Boulder, Besuch abgeflogen, nichts neues im Internet, in Blog geschrieben, werden alle schlaefrigen Gedanken durch einen lauten, dumpfen Knall vertrieben. Denn auf den Bully gegenueber ist ein recht grosser Ast gefallen. Gott sei Dank ist niemand verletzt worden. Auf dem grauen Schild, das vor wenigen Tagen angebracht wurde, wird uebrigens das baldige Faellen des Baumes angekuendigt. Tja, Gruende dafuer scheint es ja genug zu geben.
Screwing around.
Wer sich schon immer fragt, was ich hier eigentlich genau mache, dem kann ich fuer die letzten Wochen Rechenschaft ablegen. Ich habe naemlich einen Werkstattkurs gemacht, dessen erfolgreicher Abschluss mich zur 7/24(sieben Tage die Woche, 24 Stunden) Nutzung der Studentenwerkstatt berechtigt. Ich habe also fuenf Wochen lang mit jeweils fuenf Wochenstunden ein Einfuehrung ins Bohren (drilling), Fraesen (milling) und Drehen (turning, facing) und Gewindedrehen (thread cutting) bekommen. Dies hat ausserordentlich Spass gemacht. Als Abschlussarbeit musste wir dann mehrere Drehstaehle schleifen und aus einem Vollzylinder eine Schraube und Kronenmutter (bolt and nut) herstellen, wie man unter bewundern kann. Meine hat zwar zwei (winzig) kleine Macken, hat aber den abschliessenden Spinttest ohne Probleme ueberstanden. Insgesamt aehneln sich amerikanische und deutsche Werkstaetten doch sehr. Die Atmosphaere und der kollegiale Umgang miteinander sind in beiden vertreten und ausserdem findet man ueberall die obligatorischen Motorradposter, die in Deutschland allerdings gleich neben den leicht bekleideten Frauen haengen. Dieses geht hier natuerlich nicht. Dafuer darf jeder der Festangestellten aber eine Abbildung seiner Lieblingspistole aufhaengen. Na dann.
Wenn es mit der wissenschaftlichen Richtung nicht so richtig weiter geht, dann kann ich vielleicht irgendwo als Hilfsdreher anfangen. Auch nicht schlecht.
Visitors.(3)
Mit Gunnar war der erste richtige Besuch aus Deutschland zu Gast. Als frischgebackener Doktor hat er gleich nach seiner Konferenz in Boston einige Tage frei gemacht, um die Attraktionen des sagenumhafteten Ithacas zu besichtigen. Eigentlich war der Besuch ja schon frueher geplant, aber die Doktorarbeit bedurfte dann doch seiner ungeteilten Aufmerksamkeit. Leider konnte er auch nur alleine kommen, so dass Silvia aus Gruenden der Ungleichheit an einem workshop in Boulder teilnehmen musste. Alles schreit also nach einem Anschlusstreffen mit voller Besetzung! Somit muss man Gunnars Aufenthalt auch eher als eine Vorabbegutachtung betrachten. Und was macht man in solchen Faellen? Richtig, den Gutachter tagsueber mit Atem beraubenen kulturellen (Stichwort "Schottenspiele'), architektonischen (Cornell) und natuerlichen (Wasserfaelle, Wolkenbrueche) Schauspielen beeindrucken und abends dann mit reichlich tierischen Proteinen und Alkohol in einer Zustand der Glueckseligkeit versetzen. Hat gut funktioniert, glaube ich. Gunnar hat sich auch gleich super in Ithacas night life eingefuehrt, wie man in Felicia's Atomic Lounge sehen konnte. Waehrend Sebastian und ich ziemlich liegen gelassen wurde, war Gunnar bei einigen maennlichen Gaesten dann der Star. Er war aber auch ringlos.
Nach abschliessenden Diskussionen ueber den Zustand der Welt im Allgemeinen und einer grossen, deutschen (Viertel)Volkspartei im Besonderen wurde dann der Tag beendet. Das bekamen die Nacbarn dann auch mit, wenn Gunnar nochmal kurz seine Luftmatratze mit dem Geblaese auffuellte. Tja, das ist so, als wenn man sein frisiertes Mofa im Wohnzimmer testet.
Fazit: Schoen war's.
Mittwoch, 16. Juli 2008
Apfel- und Kirschbaeume (am See).
Nur weil wir schon laenger nicht mehr in den Blog geschrieben haben, muesst ihr nicht denken, dass hier nichts mehr los ist. Vor drei Wochen hatten wir mal wieder unsere Fahrraeder hinten ans Auto geschnallt und sind rund 80 Meilen in Richtung Norden (nein, nicht die Heimat) gefahren, bis es nicht mehr weiter ging. Da ist naemlich der Lake Ontario, der unsere Wahlheimat von Kanada trennt. Dort sind wir dann 40 Meilen durch Apfel- und Kirschplantagen geradelt, wobei einem oefter die reifen Fruechte ins Gesicht gefallen sind. Auch wenn wir nicht direkt am See fahren konnten, so hatten wir dennoch teilweise einen super Blick auf's Wasser, denn Hecken und Zaeune scheinen recht verpoennt zu sein (ausser beim Kernkraftwerk). Ausserdem war die Strecke zum Teil recht huegelig, was zwar zu einigen Unmut bei einem Teil der Crew fuehrte, aber auch noch fuer zusaetzliche Uebersicht sorgte. Schoen war's (am Ende auch wieder fuer alle).
Dienstag, 24. Juni 2008
Rocky Mountains.
Nachdem Silvia schon arbeitsmaessig nach Boulder in Colorado fliegen musste, bin ich dann gleich mal am Donnerstag hinterhergeduest, um dieses sagenumwogene Staedtchen mit eigenen Auge zu sehen. Und ich muss sagen, "Ja, es hat sich gelohnt!".
Boulder liegt ungefaehr eine Autostunde von Denver entfernt am Rande der Rocky Mountains. Und im Gegensatzt zu vielen anderen amerikanischen Staedten haben die Verantwortlichen dafuer gesorgt, dass ihre Stadt eine klassiche Stadt bleibt. So haben sie zum Beispiel durch gezielte Landkaeufe dafuer gesorgt, dass Boulder nicht zu sehr in die Breite geht und Denver schoen auf Abstand gehalten wird. Auch gibt es dort eine richtige Fussgaengerzone mit kleinen Geschaeften und Einfamilienhaeuser nahe des Zentrums. Sogar die Mall gegenueber von unserem Motel (Golden Buff mit B!) sieht nicht aus wie eine Mall und erinnert auch eher an eine Fussgaengerzone. Und die 320 Sonnentage im Jahr tragen auch erheblich zur Attraktivitaet bei.
Das Coolste ueberhaupt sind aber die Berge. Wir sind am Freitag morgen mit unserem SUV (Avis hatte nicht anderes) in den National Park geduest, haben $20 Dollar abgedrueckt und sind dann mit dem Shuttle-Bus vom Parkplatz aus zum See mit dem verheissungsvollen Namen "Bierstadt" (deutsche Schreibweise!) gefahren. Von dort aus ging es dann immer rauf, so dass wir bei waermsten Sommerwetter mitten im Schnee standen. Wir waren schliesslich auch auf ueber 3000m und entsprechen groggy, denn die Luft war schon recht duenn. Auf ueber 3700m haben wir es dann mit unserem Auto auf der einzigen Strasse durch den Park gebracht. Dabei haben wir auch die ganzen Viecher gesehen, was echt schoen war. Wie man sehen kann, haben sich die Elche und ihre Verwandten auch ihre Wuerde bewahrt, ganz im Gegensatz zu den Eichhoernchen, die sich trotz aller Verbote an den Rastplaetzen hemmungslos mit Snickers und Cola haben vollstopfen lassen. Unmoeglich!
Am Samstag waren wir dann nochmal in einem abgelegeneren Gebiet unterwegs, wobei einer der Ranger (80jaehriger Rentner in kurzen Hosen) mich fast mit seiner Bemerkung ("Passt mal einwenig auf die Baerenfamilie auf, die hier gerade rumstreunert.") zum Umkehren gebracht hat. Aber da Baeren eigentlich auch Schisser sind, haetten sie wahrscheinlich auch eher Silvia gefressen. Mit dieser beruhigenden Ueberlegung konnte ich dann meinen Weg weiter fortsetzen.
Als letztes bleibt noch zu berichten, dass wir am Sonntag vor dem Abflug noch bei Silvias Chefin zum gemuetlichen Grillen im Garten eingeladen waren. Und das war auch gut.
Abonnieren
Posts (Atom)