Dienstag, 27. Mai 2008

Tea and more.


Wenn man mit sovielen neuen Eindruecken in der Fremde klarkommen muss, dann hilft es, das Neue auf das Bekannte zu projizieren. Wenn man dann New York mit Hamburg in Verbindung bringt, dann ist Boston Hannover und Ithaca Hage. Aber da die erste Annahme so recht verwegen ist, hinkt natuerlich alles weitere auch. (Ausserdem sind Boston und Ithaca schoen!)
Warum eigentlich Boston? Wir waren in Boston! Nach zwei Wochenenden im beschaulichen Ithaca war uns doch mal wieder nach einer Grossstadt und wir wurden nicht enttaeuscht. Boston ist wirklich super! Obwohl die Stadt am Memorial-weekend (einen Mischung aus Volkstrauer-und Heldengedenktag) schon recht voll war, konnte man es dort sehr gut aushalten und man war auch nicht so erschlagen wie von Hamburg, aeeh New York.
Am Samstag haben wir nach der laecherlichen Autofahrt von nur sieben Stunden den freedom-trail beschritten, d.h. wir sind der roten Linie in der Pflasterung gefolgt, die uns quer durch Bostons Innenstadt an allen wichtigen Stationen des heldenhaften amerikansichen Freiheitskampfes vorbeigefuehrt hat. Nach dieser Wanderung von sechs Stunden hatten wir platte Fuesse und viel gesehen. Tatsaechlich erscheint einem Boston recht europaeisch, was wohl besonders an der U-Bahn, der Fussgaegerzone, den "alten" Haeuser, den Fahrradfahrern und den Aschenbechern auf den Draussentischen liegt. Auch erschien uns alles recht echt, dh. im Italienerviertel wohnen richtige Italiener, die allerings auch keinen Caffee mehr machen koennen, und die jungen Viertel waren wirklich jung und nicht Yuppie-haft. Neben dem Eingang zur Harward-Uni hat sich uebrigens eine recht grosse Punkkolonie niedergelassen. Sehr lustig.
Eine sehr nettes Erlebnis hatten wir noch in der U-Bahn, als wir, oder eher Silvia, von einem Bostoner gefragt wurde, woher sie denn kaeme. (Der Reisefuehrer hatte sie verraten.) Dabei stellte sich dan heraus, dass der junge Mann auch schon dreimal in Hamburg war! Nachdem sie ihn dann noch kurz mit der Info "Wir sind nur uebers Wochenende hier!" verwirrt hatte, bestand er darauf, dass wir heute abend im Redbones BQQ essen sollten, schliesslich sei dieses Wochenende das traditionelle amerikanische Grill-Wochenende. (Welches ist es aber nicht?) Und da man in einer fremden Stadt fuer jeden Tipp dankbar und die richtige Restaurantwahl eine komplizierte Sache ist, sind wir der Empfehlung auch gleich nachgekommen. Dass es sich gelohnt hat, kann man an den Fotos in der Dia-show ja wohl sehen. Sehr nette Leute, die Bostoner (wie die Hannoveraner und Hager).

PS: Allerdings sollte man bei der Hotelwahl darauf achten, dass man nicht unter dem gleichen Dach naechtigt wie zahlreiche jugendliche Lacrosse-Mannschaften. Anfangs ist man ja noch voller Verstaendniss fuer die Hormon- und Alkohol-gesteuerten, aber wenn dann um 3:30 am immer noch keine Ruhe herrscht, dann ist man schon froh, wenn ein starker Mann (Hotel-Security) fuer die selbige sorgt. (Auch wenn er auch kurz laut war. "Open the f***ing door".) Dann war Schluss.

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